Tennisabteilung des FC Kirchweiler
Nachdem schon kurz nach Fertigstellung des neuen Sportplatzes einige Tennisinteressierte im Bereich der Mittellinie ein behelfsmäßiges Netz gespannt hatten, um erste Schlagversuche mit der gelben Kugel zu wagen, wurden zu Beginn der 80er Jahre Überlegungen zum Bau einer Tennisanlage angestellt.
1983 wurden unabhängig voneinander zwei Anträge zum Bau von Tennisplätzen an die Ortsgemeinde Kirchweiler gestellt, ein Antrag davon durch den FC. Der Gemeinderat stimmte dem Bau von Tennisplätzen mit der Prämisse zu, die Initiative bei einem bestehenden Verein zu integrieren, wobei man hier dem Antrag des FC Kirchweiler entsprach.
Als Standort bot sich die jetzige Freizeitanlage an. Nachdem Schwierigkeiten mit dem Wasserwirtschaftsamt abgeklärt waren, weil die Plätze teilweise im Wasserschutzgebiet gebaut werden sollten, wurde 1986 der Bauantrag genehmigt.
Parallel zu dieser Entwicklung fand im Sommer 1986 eine Gründungsversammlung der Tennisabteilung statt, die dann offiziell ab Januar 87 beim FC Kirchweiler existierte. Um erste Spielpraxis zu bekommen, fuhr man in die Halle nach Dockweiler bzw. mietete man Plätze in Hinterhausen an. Gleichzeitig galt es im Rahmen der Bauarbeiten die erforderlichen Eigenleistungen zu erbringen.
Am 4. Juni 1988 war es dann mit der offiziellen Einweihung der Tennisplätze soweit, der Spielbetrieb konnte aufgenommen werden, Nachdem man vorher eine Rangliste durch Los zusammengestellt hatte, fanden an diesem Tag bereits erste Wettkampfspiele statt. In den Folgejahren konnte man die Anlage noch um ein Gerätehäuschen erweitern, später kam dann beim Bau der Freizeithütten ein Umkleidegebäude mit Toiletten und Duschen hinzu. Ein Clubhaus, wie es fast jeder Verein an seinen Plätzen errichtet hat, wird es wohl in Kirchweiler kaum geben. Dafür entwickeln unsere Plätze durch ihre Lage und durch das improvisierte Ambiente in freier Natur ihre eigene Atmosphäre, die auch von den meisten Gastvereinen besonders geschätzt wird.
Das sportliche Leben läuft jedes Jahr im gleichen Rhythmus ab: Platzaufbau -Medenrunde - Clubmeisterschaften - Platzabbau - Winterschleifchenturnier. Gerade beim Platzaufbau im Frühjahr sind viele fleißige Hände gefragt. Hier ist es dem Engagement des Platzwartes zu verdanken, dass die Anlage einschließlich des Außenbereichs tadellos in Schuss ist, weil dieser keine Ruhe lässt, bis fast alle Mitglieder ihr jährliches Arbeitspensum abgeliefert haben.
Seit der Eröffnung der Plätze finden jährlich im Jugend-, Damen- und Herrentennis Clubmeisterschaften statt. Sie sind auch nach mittlerweile zwölf Jahren noch immer eine gut besuchte Veranstaltung, mit der Zahl der Teilnehmer braucht man keinen Vergleich zu anderen Vereinen zu scheuen. Während bei den Herren die derzeitige Nr. 1 des Vereins auch bei den Clubmeisterschaften ein Maß an Beständigkeit darstellt - obwohl langsam Konkurrenz aus der Jugend nachwächst, hat er bis zum heutigen Zeitpunkt kein Finale im Herren-Einzel verloren - hat bei den Damen im Verlauf der Zeit schon ein erster Generationswechsel stattgefunden. Doch für die meisten Teilnehmer ist der Meistertitel nicht unbedingt das erklärte Ziel, vielmehr gilt das Motto "Dabei sein ist alles."
Dieser Leitspruch gilt in besonderer Weise für das jährliche Winterschleifchenturnier, das seit 1983 ausgetragen wird und ein Muss für jedes Mitglied darstellt. An diesem Turnier nehmen regelmäßig zwischen 20 und 30 Spielerinnen und Spieler teil. Gerade das Spielen mit wechselnden Partnern und Gegnern bei zunehmenden Handicaps macht den Ablauf so interessant, das anschließende gesellige Beisammensein rundet in der Regel einen gelungenen Abend ab.
Seit 1989 nimmt man an der jährlichen Meisterschaft des Tennisverbandes, der sogenannten Medenrunde teil.
Man begann mit einer Herrenmannschaft, der dann im nächsten Jahr eine zweite folgte. Gerade bei der zweiten Mannschaft waren viele Idealisten am Werk, verbrachten sie doch Sonntag für Sonntag auf dem Tennisplatz, um sich dort einige kostenlose Lehrstunden vom Gegner abzuholen und mit einem guten Päckchen die Heimreise anzutreten. Es dauerte über eine Saison, ehe man nach vielen Niederlagen den ersten Sieg errang. Das historische Datum war der 9. Mai 199 1, der 6: 1 und 6: 2 Sieger wurde von seinen Mitspielern auf einer Bank vom Platz getragen.
In den Folgejahren schwand dann die Anfangseuphorie etwas, vielleicht waren für einige auch die Frustrationserlebnisse zu zahlreich. Die personelle Decke schrumpfte und man musste eine Herrenmannschaft vom Spielbetrieb abmelden. Allerdings wuchs parallel dazu das Interesse am Damentennis, sodass man 1994 erstmals eine Damenmannschaft für den Spielbetrieb anmeldete. Der Damenmannschaft gelang 1996 nach nur zweijähriger Spielzeit der Aufstieg, der in einem ungewöhnlichen Rahmen gefeiert wurde. Es wurde ein Versprechen eingelöst und mitten im Hochsommer machten Prinz Karneval und seine Prinzessin den Damen am Tennisplatz ihre Aufwartung und führten später einen Konvoi durch den Ort an. Der Damenschlachtruf "Frey opp" ertönte noch bis spät in die Nacht vom Tennisplatz.
Die Damen zeigten in den Folgejahren, dass ihnen neben dem Tennissport die Kameradschaft und das gemeinsame Feiern besonders wichtig sind. Auch wenn man in der nächsten Saison wieder abstieg, tat dies der Stimmung keinen Abbruch.
Es dauerte allerdings nicht lange, bis man wieder zur Aufstiegsfeier bat, dieses Mal aber in dreifacher Hinsicht. Denn das Jahr 1999 war sicher das bisher sportlich erfolgreichste Jahr der Tennisabteilung. Die erstmals gemeldete Jugendmannschaft 15 wurde auf Anhieb ungeschlagen Meister, die Herren errangen ebenfalls die Meisterschaft und die Damen schafften mit einem zweiten Tabellenplatz den Wiederaufstieg. Die Damen zeigten dabei wieder ihre kreativen Fähigkeiten, als es um die Gestaltung der Aufstiegsfeier ging. Auf dem in Oktoberfestart dekorierten Tennisplatz feierte man im Dirndl und sprach dabei so eifrig dem Weizenbier zu, dass die Nachwirkungen noch Tage danach zu spüren waren. Man kann schon jetzt darauf gespannt sein, was bei der nächsten Aufstiegsfeier angesagt ist, vermutlich aber kein Weizenbier.
Die Jugendarbeit der Abteilung, die durch das Fehlen qualifizierter Übungsleiter nur im begrenzten Rahmen möglich ist, trägt wie schon beschrieben ihre ersten Früchte. In diesem Jahr nehmen neben der Damen und Herrenmannschaft auch zwei Jugendmannschaften 15 und 18 an der Medenrunde teil. Die große Tenniseuphorie der Boris Becker- und Steffi Graf-Ära ist zwar vorbei; wie bei anderen Vereinen stagniert die Mitgliederentwicklung bzw. ist sogar ein Schwund festzustellen. Dies tut der Stimmung in der Tennisabteilung allerdings keinen Abbruch. Trotz der über die Jahre gewachsenen Gemeinschaft ist nach wie vor jeder neue Tennisinteressierte am Tennisplatz herzlich willkommen.